Das Projekt – Was, wie, warum und wo?

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger Nürnbergs nutzen schon heute das Fahrrad bei der täglichen Fahrt zur Arbeit, auf dem Schulweg, beim Einkaufen oder in der Freizeit. Damit sich noch mehr Menschen für das Fahrrad begeistern, hat der Nürnberger Stadtrat im Jahr 2009 die Radverkehrsstrategie „Nürnberg steigt auf“ (Link) beschlossen.

Viele Projekte wurden seither erfolgreich durchgeführt, sei es der Bau neuer Radwege, die Ausweisung von Radrouten, die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr, das Fahrradverleihsystem NorisBike (Link), mobile Radständer für Veranstaltungen und vieles mehr.

Im Rahmen des Projekts „Radständer für die Südstadt“ werden erstmalig in einem Stadtgebiet systematisch und dezentral zahlreiche neue Abstellmöglichkeiten geschaffen. Durch die Errichtung kleiner oder mittlerer Einheiten von Radständern sollen von allen Punkten im Stadtteil kurze Wege zur nächstgelegenen Abstellanlage sichergestellt werden. Es ist das erste Projekt dieser Art und dieses Umfangs nicht nur in Nürnberg, sondern sogar in ganz Deutschland! Weitere Details finden Sie unter „Radständer für die Südstadt“ (Link).

Das Projekt wird in der Südstadt zwischen der Bahnlinie, der Achse Tafelfeldstraße/Voltastraße, der Achse Schuckertstraße/Gudrunstraße und der Allersberger Straße durchgeführt. Das Gebiet ist ca. 1 km² groß, in ihm leben rund 17.500 Menschen. Besonders in Gebieten mit Altbaubestand, wie in der Südstadt, mangelt es häufig an ebenerdigen und sicheren Fahrradabstellplätzen.

Wenn das Rad im Keller schwer zu erreichen ist, fällt die Entscheidung, mit welchem Verkehrsmittel ein Weg zurückgelegt wird, dann oft zu Ungunsten des Rads aus.

Mit dem Projekt „Radständer für die Südstadt“ wollen wir

  • das Fahrrad leichter zugänglich machen, damit es häufiger genutzt wird
  • das Verkehrsmittel Rad durch eine bessere Infrastruktur fördern, die signalisiert: „Radfahrer sind willkommen“
  • den Radverkehrsanteil in der Südstadt erhöhen, um die Lärm- und Abgasbelastung für die Wohnbevölkerung zu senken
  • das Fahrradparken ordnen, da das wilde Abstellen von Rädern andere Verkehrsteilnehmer einschränkt, insbesondere Fußgänger
  • die Gefahr von Fahrraddiebstählen mindern

Nach einer eingehenden Untersuchung, wo in der Südstadt Radständer vorhanden und wie diese ausgelastet sind und wo wie viele Räder außerhalb von Radständern abgestellt werden, wurde ein Bedarf für ca. 350 zusätzliche Radständer ermittelt. Das Verkehrsplanungsamt hat auf dieser Basis Standortvorschläge erarbeitet, die möglichst gut im Projektgebiet verteilt sind. Die Vorschläge wurden bereits mit dem Bürgerverein Nürnberg-Süd (Link) abgestimmt, der das Projekt aktiv begleitet und unterstützt.

Doch niemand kennt den tatsächlichen Bedarf so gut wie die Bevölkerung vor Ort! Daher war es der Stadt Nürnberg sehr wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit hatten dabei zu helfen, die Standorte noch besser auf die vorhandenen Bedürfnisse abzustimmen.

Während der Partizipationsphase wollten wir von Ihnen wissen:

  • Halten Sie dieses Projekt für sinnvoll?
  • Würden Sie auf das Fahrrad umsteigen, bzw. häufiger nutzen als bisher, wenn Sie ein solches Angebot in Ihrer Wohnungsnähe hätten?
  • Sind die Radständer sinnvoll geplant?
  • Wo würden Sie weitere Radständer für sinnvoll halten?

Sie konnten uns schreiben und wir haben uns über Ihre konstruktiven und nahezu durchgehend positiven Rückmeldungen sehr gefreut!

Kommentare

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33
Bitte auch den Ausbau von RADWEGEN vorantreiben. Mit paar Radständern mehr fühle ich mich sicherer wenn 30 cm an mir 4,5 Tonner mit 60 km/h vorbeifahren.

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30
das sollte natürlich "nicht sicherer" heißen.

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31
Gut finde ich, daß hier versucht wird die Bürger direkt einzubinden. Allerdings ist diese Info bisher nicht allzu weit verbreitet. Wir nutzen die Fahrräder sehr oft, können Sie aber schön im Hinterhof abstellen. Generell stelle ich mir die Frage ob durch mehr Fahrradständer wirklich mehr Rad gefahren wird - das bleibt abzuwarten. Toll wäre es, wenn ich als Radler unbeschränkter (Ampeln, Verkehr) durch die Stadt fahren könnte. Zudem hoffe ich eines Tages eine autofreie Südstadt zu erleben :)

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44
Sehr geehrte Frau Kosznak, die Stadt Nürnberg hat das jährliche Baubudget für Radwege deutlich aufgestockt, es gibt aber unbestritten noch viel zu tun. In der Südstadt wurden durchgängige Achsen in erster Linie durch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer geschaffen, z.B. in der Humboldtstraße und Breitscheidstraße/ Wiesenstraße. Häufig gibt es parallel zu den Hauptverkehrsstraßen Radrouten durch ruhige Nebenstraßen. Ihre fachliche Redaktion, k.s.

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50
Projekt ist gute Idee. Allerdings finde ich die Fläche zu klein gewählt und die Dichte zu hoch. Man müsste nämlich alle Stadtteile berücksichtigen und nicht nur einen "vorzeigestadtteil" installieren. Bitte nehmen sie den ADFC bei der Auswahl der Radständer mit ins Boot. Leider wurden komplizierte aufwendige, Konstruktionen aufgestellt z.B. am Tiergarten. Ein guter Radständer: - zerkratzt nicht - hat eine Öse in Rahmenhöhe für Schloss - klemmt die Felge nicht ein z.B ein großer Ring

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35
Sehr geehrter Teilnehmer, für die Südstadt wurden in Abstimmung mit dem ADFC Anlehnbügel aus Rundrohr ausgewählt. Diese sind schon an vielen Stellen in Nürnberg im Einsatz, z.B. in der Brosamerstraße. Zur Gebietsauswahl: Es handelt sich um ein Pilotprojekt, bei dem erste Erfahrung mit einem flächendeckenden Ausbau von Radständern gesammelt werden sollen. Zu einem späteren Zeitpunkt sind vergleichbare Projekte auch in anderen Stadtteilen denkbar. Ihre Fachredaktion, k.s.

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20
Bin Ganzjahresradfahrerin, finde das Projekt super und werde bestimmt den ein oder anderen Ständer nutzen! Wenn die Ständer dann mal stehen, wäre es wichtig, wenn regelmäßig die Schrotträder entfernt werden würden, denn das finde ich an vielen schon vorhanden Radständern (vorallem in der Innenstadt) ein rießiges Hindernis. So muss man dann doch wieder den nächsten Schilderpfosten nehmen, um sein Rad zu parken.

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15
könnt ihr das nicht in der gesamten südstadt machen? mehr räder und weniger auto parkplätze wäre echt scharf

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Drei neue Radständer für die Brosamerstraße sind sehr nützlich, gerne noch mehr!